WARUM WIR UNSERE TRÄUME NICHT AUFSCHIEBEN SOLLTEN …

Manchmal gibt es Momente im Leben, in denen wir unsere Träume auf „später“ verschieben. Meist machen wir das für andere Menschen, weil die Träume einfach nicht zu unserer aktuellen Lebenslage passen oder, weil wir denken, dass der Traum vielleicht schon so alt ist, dass er sowieso nicht mehr in Erfüllung gehen wird. Doch in dem Moment, in dem wir unsere Träume aufgeben oder sie aufschieben und uns vornehmen, sie irgendwann wieder in den Blick nehmen zu wollen, kann es passieren, dass wir auch ein Stück von uns selbst verlieren. Plötzlich fängt man an sich einzureden, etwas zu wollen oder zu machen, von dem man weiß, dass es der vernünftigste Weg ist. Doch der vernünftigste Weg ist nicht immer der, der uns auch glücklich macht. Vielleicht macht er andere glücklich und stolz, doch ist es nicht auch von Wichtigkeit, wie es einem selbst dabei geht?

So ähnlich hat es auch Protagonistin Morgan aus dem Buch „All das Ungesagte zwischen uns“ von Colleen Hoover erlebt. Als sie mit sechzehn Jahren schwanger wird, ändert sich von jetzt auf gleich ihr ganzes Leben. Sie gibt all ihre Träume auf und widmet alles von nun an ihrer Tochter Clara und irgendwann ihrer Ehe. Von außen scheint sie ein perfektes Leben zu führen – wieviel sie tatsächlich aufgegeben hat, merkt auch Morgan erst, als ein Unfall ihr Leben erneut verändert und sie dieses und vor allem sich selbst neu strukturieren muss. Sie hat sich jahrelang eingeredet, glücklich in ihrer Rolle als Hausfrau zu sein, und sich nie darüber Gedanken gemacht, wer sie wirklich ist und was sie eigentlich will. Sie hat immer nur für ihre Familie gelebt, ohne auf sich selbst zu achten, und nun ist sie gezwungen, genau das zu lernen. Ihre Träume aufgreifen und herausfinden, was sie glücklich macht.

Ich glaube, dass es im Leben viel zu oft passiert, dass wir Träume auf Eis legen, weil viele Dinge von der Gesellschaft mit einem kritischen Auge betrachtet werden und man zu viel Wert auf die Meinung anderer legt oder man ganz einfach irgendwo hineinpassen möchte.
Wir haben Angst, dass der Traum, den wir vielleicht schon seit Jahren verfolgen nicht das ist, was wir uns vorgestellt oder erwartet haben. Angst davor, dass es sich nicht so erfüllend anfühlt, wie erhofft. Und Angst davor, dass der verfolgte Traum Zeitverschwendung war. Aber können Träume überhaupt Zeitverschwendung sein? Ich sage ganz klar: Nein! Kein einziger Traum ist Zeitverschwendung! Jeder einzelne ist eine Bereicherung für unser Leben und unsere Vorstellungskraft.

Zugegeben, vielleicht sind manche Träume nicht sehr realistisch, doch was spricht dagegen, es nicht trotzdem zu versuchen? Wenn man am Ende merkt, dass es doch nicht so ist, wie man es sich vorgestellt hat oder es einfach nicht umsetzen kann, dann kann man wenigstens von sich behaupten, dass man es probiert und daraus gelernt hat. Wichtig ist nur, dass wir immer daran denken sollten, uns nicht selbst aufzugeben und zu vernachlässigen, selbst wenn wir einen Traum aufgeben müssen. Und wenn Letzteres der Fall sein sollte, dann findet man einen neuen Traum, denn die Welt und das Leben steckt voller Möglichkeiten, Chancen und Wunder. Wir müssen nur die Augen richtig aufmachen und hinsehen. Manchmal verschließen wir die Augen vor den Dingen, weil wir sie nicht sehen wollen oder zu kompliziert denken, um sie überhaupt sehen zu können. Doch, wenn wir genauer hinsehen entdecken wir vielleicht etwas, was sich kurzerhand als neuer Traum entpuppt. Der Traum der Selbstständigkeit, in ein anderes Land zu reisen, ins Ausland zu ziehen, einen neuen Job zu probieren, ein neues Hobby zu finden, sich neu zu verlieben, glücklich zu sein und noch so vieles mehr…

Träume sind wichtig, denn sie motivieren und definieren uns und zeigen uns einen Weg und ein Ziel auf. Sie lassen und förmlich fliegen und eintauchen in kreative und wundervolle Vorstellungen an die Zukunft. Sie halten uns am Leben und geben uns Kraft, wenn wir keine mehr zu haben scheinen. Träume sind ein Zeichen von Mut, denn nur wer mutig ist, der traut sich auch zu träumen – weit, groß und breit. Sie können unendlich sein und es gibt dabei keine Grenzen, denn es sind UNSERE Träume.

Träume können sich aber auch ändern und auch das ist okay, denn genauso, wie wir uns weiterentwickeln und reifer werden, entwickeln oder verändern auch sie sich mit uns mit. Und wie hat Walt Disney so schön gesagt: „Wenn du es träumen kannst, kannst du es auch tun!“

Also, egal, wie eure Träume aussehen: Haltet an ihnen fest, egal wie unmöglich sie vielleicht im Moment scheinen, denn sie sind es, die einem Kraft geben.

In diesem Sinne: Seid mutig. Träumt weit.

Eure Miri
@miris.momente