DIE NEUEN GENERATIONEN UND DIE SACHE MIT DER LIEBE

Meine Mum sagt immer: „Früher war alles viel einfacher als heute“. Mittlerweile glaube ich, dass sie damit sogar richtig liegt. Sie hat nach der Realschule eine Ausbildung zur Köchin gemacht, mit 19 Jahren meine älteste Schwester bekommen, geheiratet und in einer Hotelküche gearbeitet. Und sie war glücklich, sie hat sich geschieden und noch einmal verliebt, neu geheiratet und Zwillinge bekommen – und noch immer war sie glücklich, weil sie wusste, welchen Weg sie gehen wollte und welchen Weg ihr Herz gehen wollte.

Für mich war meine Mum in Sachen Liebe immer ein Vorbild, was vielleicht komisch klingt, weil sie verheiratet war, sich dann hat scheiden lassen und dann noch einmal geheiratet hat. Aber zu keiner Sekunde hat sie an der Liebe gezweifelt. Sie sagt immer: „In einer Zeit ohne Internet, schnelles Wlan oder Smartphones war es noch einfacher, sich auf die Menschen um einen herum zu konzentrieren“.

Als ich noch ein paar Jahre jünger war, habe ich darüber immer nur die Augen verdreht, aber mittlerweile verstehe ich, was sie damit meint. Ich bin 21 Jahre alt, geboren 1998 und damit in der sogenannten Generation Z, und so, wie ich meine Generation kennengelernt habe oder auch die letzten Jahre der Generation Y, ist es für uns nicht besonders leicht sich zu verlieben. Ich bin 21 Jahre alt und in meiner ersten Beziehung – und wann habe ich meinen Freund kennengelernt? In dem einen Monat zwischen Bundesfreiwilligendienst und Ausbildungsbeginn. In dem einen Monat, in dem ich so viel Freizeit hatte, dass ich im Fitnessstudio war und sehr oft im Park spazieren gegangen bin.

Davor? Davor hatte ich nicht besonders viel Zeit und anderen scheint es irgendwie genauso zu gehen. Außerdem liegen unsere Prioritäten ganz woanders. Viele von uns versuchen, einen guten bis sehr guten Abschluss zu schaffen, um zu studieren, möglicherweise auch ins Ausland gehen zu können. Wir haben die Möglichkeit bekommen zu reisen, in anderen Ländern zu arbeiten und neue Erfahrungen zu sammeln. Wir haben die Möglichkeit, uns selbstständig zu machen und etwas ganz Großes zu werden. Natürlich konnte man das früher auch, aber ich persönlich habe das Gefühl, diese Ziele sind für Generation Z und Y wichtiger, als Kinder zu bekommen und den perfekten Partner zu finden. Neben den neuen Möglichkeiten stehen wir jedoch auch unter enorm viel Druck. Zum Einen von unseren Eltern, die uns ein anderes Leben vorgelebt haben und mit unserer neuen Zeit, den technischen Möglichkeiten und unseren Zielen noch nicht klarkommen. Werdet ihr auch dauernd gefragt, wann denn mal ihre zukünftige Schwiegertochter bzw. ihr zukünftiger Schwiegersohn samt Kindern über die Türschwelle tritt? Sicher wissen viele in meinem Alter, was ich meine, und können mir zustimmen. Zum anderen machen uns die Medien und Social Media vor, dass wir nur mit dem perfekten Mann oder der perfekten Frau an unserer Seite wirklich glücklich sein können, und weil wir keine Zeit haben, bei all der Arbeit noch nach draußen zu gehen und überhaupt einen Menschen kennenzulernen, gehen wir auf Tinder, swipen mal rechts und mal links, versuchen es mit einem Date, schreiben ein paar Nachrichten und wollen dann unser Handy verbrennen bei all den sexistischen oder perversen Nachrichten. Und meistens wollen wir die Liebe dann direkt wieder aufgeben und uns lieber auf unsere Karriere konzentrieren. Und so geht es weiter und weiter.

Mir ging es auch so, bis ich meinen Freund kennengelernt und gemerkt habe, wie sehr mir das gefehlt hat. Die Geborgenheit, der Rückhalt, bedingungslose Liebe. Catana hält genau diese Gefühle in ihren Comics fest, zeigt uns ihre Liebesgeschichte, ihre alltäglichen Momente, welche jedoch voller Liebe und Zuneigung sind. Deswegen haben mir “Die kleinen Momente der Liebe” so viel bedeutet, deswegen ist mir dieses kleine Buch so ans Herz gewachsen. Mit ihren Comics gibt sie jedem von uns etwas von dieser Geborgenheit ab, sie gibt uns allen etwas Rückhalt und Liebe.

Das ist natürlich nur meine ganz persönliche Meinung, doch ich, Julia, 21 Jahre jung, Buchbloggerin und seit Neustem Verfechterin der Liebe, bin überzeugt davon, dass wir Liebe in unserem Leben brauchen – sei es nun ein fester Freund / eine feste Freundin, Familienmitglieder oder Freunde.

Ein Beitrag von Julia von Thebookdynasty.