DAS PERFEKTE LEBEN?

»Früher war alles besser …!?« Noch vor 30 Jahren war es vollkommen normal, mit 15/16 die Schule zu verlassen, eine Ausbildung zu beginnen und danach Kinder zu bekommen. Anfang 20 war das Leben meist in geregelten Bahnen, man sparte auf Familienurlaube und das erste eigene Häuschen.

So weit, so gut, so langweilig?

In der heutigen Zeit klingt ein solcher Lebensentwurf nahezu märchenhaft für viele junge Menschen. In einer Welt, in der schon Schüler tausende von Hobbys haben, die den Geist und den Körper formen und so täglich optimiert werden, um das Abitur zu bestehen und daraufhin zu studieren, um danach Karriere zu machen, rücken solche häuslichen Ideen in weite Ferne.

Bis diese gewünschte Karriere erreicht wird bzw. eingeschlagen werden kann, vergeht jedoch oft einiges an Zeit. Bevor die jungen Menschen dort sind, wo sie hin möchten, müssen sie oft ausharren.  Ausharren in unbezahlten Praktika, schlecht bezahlten Einstiegsjobs, Knebelverträgen. Spielbälle der Großkonzerne. Diese nutzen die jungen Menschen nur allzu gerne aus. Billige Arbeitskräfte, die man weder wertschätzt noch honoriert. Gerade in den kreativen Bereichen. Viele müssen deswegen bis Mitte Zwanzig immer noch bei ihren Eltern leben. Und nebenbei jobben. Generation Praktikum.

Hinzu kommen noch die mannigfaltigen Optionen, die jungen Menschen heutzutage zur Verfügung stehen.

Was machen nach dem Abitur? Erstmal um die Welt reisen? Urlauben, genießen? Work and travel? Zäune in Australien bauen? Ein freiwilliges soziales Jahr? Zur Bundeswehr? Vielleicht doch erst eine Berufsausbildung, weil der Abiturdurchschnitt nicht gut genug war?  Direkt an die Universität? Vielleicht doch lieber die Fachhochschule? Bin ich mehr praktisch orientiert? Oder gar ein Auslandsjahr? Ein Praktikum im Ausland?

Erwachsen werden, seinen Weg zu gehen (und zu finden) bedeutet auch, Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen. Ohne Rückschläge gibt es kein Weiterkommen, keine (Charakter-)Entwicklung.

Deine Fehler, deine Misserfolge, machen dich zu dem Menschen, der du bist. Niemand, kein Mensch und Gerät dieser Welt kann und sollte dir das abnehmen, was dein Herz und dein Verstand eh viel besser können. Natürlich sind Familie und Freunde und/oder Mentoren, die gute Ratschläge geben, hilfreich. Aber wichtig ist, was dein Innerstes dir sagt. Nur darauf solltest du hören.

Niemand hat gesagt, dass es einfach werden wird.

Aber …

Was, wenn es etwas geben würde, das dir den Weg weist? Das dir sagt, ob du links, rechts, oder gar geradeaus gehen sollst? Ein D(T)ing, das dir alle schwierigen Entscheidungen abnimmt, sie für dich trifft … Genau darüber hat bold-Autor Artur Dziuk einen spannenden Roman geschrieben:

Vier junge Menschen gründen in Berlin ein Start-up, um ein Tool zu vermarkten, welches sie entwickelt haben: das Ting. Das Ting sammelt alle Daten seiner User, wertet diese aus und gibt daraufhin Handlungs- und Entscheidungsempfehlungen. Um ihre Investoren zu überzeugen, gehen die Vier aufs Ganze: Sie beschließen, jeder (!) Empfehlung des Tings bedingungslos zu folgen …

Bist du dann noch der Mensch, der du bist? Der Mensch, der du sein möchtest? Gehst du damit an deinem Weg vorbei? Oder findest du ihn?

Ein Beitrag von Florian @literarischernerd